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DIE RUHMREICHEN RÄCHER #27
WILLIAMS VERLAG
FEBRUAR 1976 (26. PRODUKTION)
32 Seiten
Heftpreis 1,40DM Sammlerwert 10€ (Z1)
 
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     Rächer #26 ß

à Rächer #28

 
Hauptserie (20 Seiten) Zweitserie   (3/3, 6 Seiten)
AVENGERS #28 (05/1966) CAPTAIN MARVEL #9 (01/1969)
Titel: Titel:
Unter uns ist... ein Goliath! Zwischen Hammer und Amboß!
Originaltitel: Originaltitel:
Among us walks... a Goliath! Between hammer and anvil
Geschichte: Stan Lee Arnold Drake
Zeichnungen: Don Heck Don Heck
Tusche: Frankie Ray (alias Frank Giacoia) Vincent Colleta
Übersetzung: Hartmut Huff Hartmut Huff
Lettering: ? ?
INHALT:
Die Botschaft stammt von Henry Pym, alias Gigant. Die Wespe ist von ihrer Mission nicht zurückgekehrt und seitdem verschwunden. Tatsächlich wurde sie vom Sammler (Collector) gefangen, der über ein unerschöpf-
liches Arsenal an Waffen und einen willenlosen Helfer, den Käfer, verfügt. 
Der Plan des Sammlers: Er will alle aktiven Rächer seiner Sammlung einverleiben. Er lockt sie zu seiner versteckten Festung, als Köder dient ihm dabei die gefangene Wespe. 

In der Zwischenzeit wurde Hank von Falkenauge ins Rächer-HQ gebracht. Verstärkt um den riesigen Rächer, der sich jetzt Goliath nennt, machen sich die Rächer auf zur Burg des Sammlers. Zuvor muß er aber noch beweisen, daß er wirklich ein Rächer ist: Er wächst auf seine Kampfgröße von 7,50m. 

Unverzüglich macht man sich auf den Weg und tappt dem Sammler prompt in die Falle: Er kann alle Rächer mittels Schlafgas betäuben. 
Doch Goliath kann erst sich selbst, dann seine Kameraden befreien - es kommt zum Kampf, dem sich der Sammler anfänglich durch Flucht entzieht. Nach kurzer Zeit wird der auf Kampfgröße gewachsene Goliath von den übrigen Rächern getrennt, da er erst nach 15min. wieder schrumpfen kann - er kann in den engen Gängen der Burg schlicht nicht folgen. Danach gelingt es den Schurken Captain America und Quecksilber auszuschalten. Und auch Goliath gerät, verwickelt in einen Kampf gegen zwei mythische Riesen, in arge Bedrängnis. Erst dank dem Eingreifen der Scharlachhexe kann er auch den zweiten Riesen besiegen und schließlich den Sammler packen. Nun droht der Sammler damit, die in einer winzigen Kapsel gefangene Wespe zu töten, will dadurch die Rächer zur Aufgabe zwingen! Doch Quecksilber kann ihm die Kapsel blitzschnell entwenden. Aber der Sammler ist noch nicht besiegt: Gerade noch können die Schurken, dank der Zeitmaschine des Sammlers, fliehen. 

Mit ihrer Hexenkraft befreit Wanda die Wespe, und Goliath kann nun wieder schrumpfen. Da passiert das Verhängnis: Goliath war zu lange in Kampfgröße geblieben und nun stoppt der Schrumpfungsprozeß bei 3,50m. Er kann nicht mehr zu normaler Größe zurückkehren!
 
FAZIT:
Sechs Seiten lang führt Stan Lee in die Storyhintergründe ein - danach gibt es praktisch nonstop geballte Action. Doch Lee wäre nicht Lee, wenn er am Schluß nicht die heile Welt mit einem kleinen, marvelmäßigen Schock zurecht stutzen würde: Giant-Man/Goliath verharrt auf einer Größe von 3,50m... COMIC

Doch zunächst zum Gegner dieser Story: Collector INFO (Taneleer Tivan, erster Auftritt in Avengers #28) - nicht gerade ein Schurke von Großformat, doch stellt er, dank seines Waffen-Arsenals, eine ganz ordent- tliche Bedrohung für die Rächer da. Auch wieder mit von der Partie ist der Beetle, dabei fällt seine Rolle diesmal wieder eher standesgemäß aus - stellt er doch letztlich auch nur einen Bestandteil der Sammlung Collectors dar (Collector hatte ihm einen Gehorsamkeitstrank verpaßt). Seine Antwort auf den Wunsch Collectors, alle Rächer besitzen zu wollen („Ich hole sie sofort“), gereicht durchaus zur Heiterkeit, scheint sie mir doch ein wenig vermessen... 
Allerdings macht der
Chef auch keinen Gebrauch von seinem Angebot - er lockt die Rächer einfach zu sich, ist sich seiner Sache sicher, sie leicht besiegen zu können. Prompt gehen sie ihm auch etwas blauäugig in die vorbereitete Falle. 

Henry Pym und Janet van Dyne kehren also zurück ins Team, dabei kennen die Rächer (auch Cap nicht) anfänglich nicht die Identitäten der beiden. Hank gibt seine Identität aber Preis, als er mit Captain America über Funk spricht (da die Wasp nicht wieder aufgetaucht ist, will er per Rächerjet von seinem Forschungs-
schiff ins HQ gebracht werden, um die Suche zu leiten). Die Preisgabe seiner (und Wasps) Geheimidentität ist nur konsequent, da die
neuen Rächer ihre Identitäten von Anfang an untereinander nicht verheimlicht haben - und Caps Identität sowieso bekannt war (was unter Umständen aber nicht für Hawkeye gilt - zumindest gab es bislang keine Szene, in der er keine Maske trägt).
Generell lag in der "Heimlichtuerei" m. E. ein Logikproblem, das Stan Lee nun weiter bereinigte: Vielleicht ist die Offenlegung der Identitäten für das Zusammenwirken eines Teams nicht zwingend notwendig, aber einen psychologischen Faktor hat das wohl: Wie soll man jemandem (sein Leben an-) vertrauen, dessen Identität man nicht kennt? 

So akzeptieren die Rächer Hank erst als einen der ihren, als er zum Beweiß seine Größe ändert. Wenig ver-
wunderlich, daß der ewig aufmüpfige Hawkeye besonders lautstark die Identität Hanks anzweifelt, sieht er doch seine Hoffnung begraben, einst als Nachfolger Captain Americas das Team zu leiten. Unterhaltsam ist das Ganze aber schon, so bezeichnet Cap Hawkeye nicht zu unrecht als
Spaßvogel des Teams... 
Zurück zu Giant-Man, der sich (bis auf weiteres) nun Goliath nennt. Der Riese benötigt jetzt keine Wachs-
tumspillen mehr, um seine Größe zu ändern, sondern steuert die Umwandlung allein durch Willenskraft. Aber die ständige Belastung durch die Wandlungen fordert (fürs erste) ihren Tribut: Er kann nur noch auf eine Größe wachsen (seine Kampfgröße 7,50m), nicht mehr auf Insektengröße schrumpfen, und darf diese Größe auch nur noch für 15min. beibehalten. Und um die Dramaturgie anzuheizen, geht die Sache auch gleich beim ersten Einsatz schief und Hank muß als Kopfriese durch die Gegend schleichen - was seiner Gemütsver-
fassung nicht eben zuträglich sein wird: Ein (aller-) erstes Zeichen für die schwierige Psyche des Hank Pym. 
   Dennoch ist Hanks Rückkehr ins Team von großer Bedeutung (Janet muß auf einen ähnlichen Stellenwert schon noch ein paar Jahre länger warten...), erhalten die Rächer mit ihm doch gleich zweifache Verstärkung: zum einen die gewaltigen Körperkräfte, zum anderen seinen Verstand und seine technischen Fähigkeiten, die durchaus auf dem Niveau eines Tony Stark oder gar Reed Richards liegen. Wohl um die Rückkehr auch optisch zu betonen, ist Goliath DIE dominante Figur auf den Covern bis einschließlich Rächer #36 (Avengers #37). 

Aus der Abteilung Klischees muß man hegen und pflegen: Wanda hat sich als Schneiderin betätigt und das neue Kostüm Goliaths angefertigt (vorsorglich für den Fall, daß er wiederkommen würde J). COMIC
 
REDAKTIONELLES:
Eine Neuerung: Marvel-Intern, zukünftig die kleine Ankündigungsecke inkl. Checkliste der Redaktion, kündigte an, daß Hulk von nun an (26. Produktion, Hulk #26) jeweils zwei der zehnseitigen Tales to Astonish Stories enthalten würde - nicht zu Unrecht hatten sich viele Leser daran gestört, daß dem Titelhelden nur zehn Seiten zugestanden wurden. Ich denke, dahinter steckte auch die Hoffnung, die Verkaufszahlen der Reihe zu erhöhen, schließlich dürfte ein drohendes Ende (nicht nur dieser Serie) für die Redaktion schon absehbar gewesen sein. 

Ansonsten gibt es ein Kurz-Portrait von John Romita (senior natürlich), darauf ist auch einer der frühen Spider-Man Zeitungs-Strips von Lee/Romita zu sehen. 

Wie in der 24. Produktion auf der (17.) Leserbriefseite angekündigt findet sich erstmals im Heft auch der Marvel-Mini-Markt, ein buntes Sammelsurium aus (kostenlosen) Kauf- und Suchannoncen (natürlich primär) für Marvel-Hefte, aber auch Fan-Club-Anzeigen. Der Marvel-Mini-Markt sollte sich auch noch in späten Ausgaben finden, als es schon lange keine "echten" redaktionelle Inhalte mehr gab. 
Abgeschafft wurde hingegen die Marvel-Komet-Seite - offensichtlich konnte die Majorität der Leser damit herzlich wenig anfangen.
19.07.03

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REZENSION  © 2003 GERNOT ZIPPERLING