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DIE RUHMREICHEN RÄCHER #51
WILLIAMS VERLAG
JANUAR 1977 (37. PRODUKTION)
32 Seiten
Heftpreis 1,40DM Sammlerwert 5€ (Z1)
 
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     Rächer #50 ß

à Rächer #52

 
Hauptserie (20 Seiten) Zweitserie   (1/2, 7 Seiten)
AVENGERS #52 (05/1968) TALES OF SUSPENSE #54 (06/1964)
Titel: Titel:
Der Tod greift nach den Superhelden! Die Rache des Mandarin!
Originaltitel: Originaltitel:
Death calls for the arch-heroes! The Mandarin`s revenge
Geschichte: Roy Thomas Stan Lee
Zeichnungen: John Buscema Don Heck
Tusche: Vincent Colletta Don Heck
Übersetzung: Hartmut Huff Hartmut Huff
Lettering: ? ?
INHALT:
Übers Dach betritt der Schwarze Panther (Black Panther) das unbeleuchtete RächerHQ – Captain America hatte ihm von diesem geheimen Zugang erzählt. Unerwartet muß er sich den Angriffen des automatischen Abwehrsystems erwehren, findet dann aber doch einen Weg hinunter. Doch statt von den Rächern begrüßt zu werden, findet er nur die leblosen Körper von Falkenauge, Goliath und Wespe vor!

Ein weiterer Besucher ist im HQ: Jasper Sitwell, Agent von Shield. Als er den über die Rächer gebeugten Panther sieht, ist für Sitwell die Schuldfrage geklärt. Der Panther selbst vermutet die Lösung des Rätsels im Versammlungsraum der Rächer – doch der Zugangs-Code, den Cap ihm verraten hatte, funktioniert nicht! Um sein weiteres Vorgehen planen zu können, läßt sich der Panther widerstandslos verhaften.

Tatsächlich steckt hinter alledem der Grimme Schnitter (Grim Reaper) – handstreichartig gelang es ihm mit Hilfe seiner Sense die drei Rächer zu erledigen. Dank der vielseitigen Waffe vermag der Schnitter sogar zu fliegen – ein Elektrostrahl betäubte die Rächer so, daß sie scheintot liegenblieben – und innerhalb von drei Stunden sterben werden, wenn sie nicht erneut bestrahlt werden.
Einziges Ziel des Grimmen Schnitters: Die Vernichtung aller Rächer, die er für den Tod seines Bruders Wundermann verantwortlich macht!

Nun tritt der Panther wieder auf den Plan. Er flüchtet aus dem Polizeigewahrsam und dringt erneut ins HQ ein – er ist sich sicher, hier die Lösung zu finden: der
Grimme Schnitter, der seinerseits auf die Alt-Rächer Thor, Eiserner und Captain America wartet, um auch sie zu töten.
Der Panther greift an, muß sich aber sehr vor der Sense des Schurken in acht nehmen. Er reizt seinen Gegner, doch schließlich wird er von einem Lähmstrahl an der Schulter verwundet. In seiner Siegesgewißheit verrät der Schnitter, daß die Rächer noch leben und wird unvorsichtig: Völlig unerwartet springt ihn der Panther an, der Schnitter stürzt in seine eigene Klinge und bleibt regungslos liegen.
Sofort eilt der Panther in das Krankenhaus, in das die scheinbar toten Rächer gebracht worden waren und mit Hilfe der Sense kann er sie rechtzeitig wiederbeleben.

Zurück im HQ nehmen die Rächer den Schwarzen Panther als die dringend benötigte Verstärkung in ihre Reihen auf.
 
FAZIT:
Eine Solostory, die zwei wichtige Protagonisten der Rächer Historie aufeinander treffen läßt – ein (zukünftiger) Rächer und ein brandneuer Schurke, packend in Szene gesetzt, in einer an einen Krimi erinnernden Story.

Der Black Panther INFO
(T´Challa, König von Wakanda, erster Auftritt in FF #52, erschienen 07/1966) schleicht sich (mit Zustimmung Captain Americas) also des nächtens ins RächerHQ, steht sogleich auch vor einem Mysterium und zwei großen Problemen zugleich: Die Rächer liegen wie tot am Boden und der just im selben Moment aufkreuzende Jasper Sitwell (Agent of Shield, erster Auftritt in Strange Tales #144, erschienen 05/1966) will dem Panther prompt eine Mordanklage anhängen.
Klasse in Szene gesetzt ist das katzengleiche Eindringen des Panthers ins HQ – Thomas und Buscema schaf-
fen so eine Metapher für das Nachtwesen Panther, der hier nicht direkt auf der Jagd ist, gleichwohl aber ein rätselhaftes Verbrechen lösen muß.

Wie so oft bei den klassischen Stories gibt auch hier das fantastische Cover einen deutlichen Fingerzeig auf die Story: Die betäubt am Boden liegenden Rächer, der den Lesern bereits bekannte Black Panther, der eine unbekannte aber unzweifelhaft bedrohlich wirkende und eindeutig als Schurke auszumachende Gestalt angreift – DAS sind Cover, die zum Kauf und erst recht zum Lesen animieren können – einfach weltklasse. Bedingt durch die etwas andere Farbgebung scheint mir das US-Cover gelungener, da insbesondere die Flammen, die das Cover „entzünden“ besser zur Geltung kommen.

Das zweite Mysterium der Story symbolisiert sich in der Person des Schurken selbst, der hier seinen ersten Auftritt im Marvel-Universum erhält: Grim Reaper
(Eric Williams) COMIC . Warum greift er die Rächer überhaupt an und wofür will er denn eigentlich Rache an ihnen nehmen? Roy Thomas läßt Rächer und Leser zunächst gleichermaßen ahnungslos – wohingegen der Reaper wirklich gut vorbereitet ist – sogar Goliaths Identität als Henry Pym ist ihm bekannt.
In einem furiosen Kampf (als Rückblick erzählt) besiegt der Schurke die drei Rächer, nicht zuletzt wegen des geschickt ausgenutzten Überraschungsmoments. Und der Reaper gibt einen guten Bösewicht ab. Entschlossen setzt er seinen Plan um, wobei seine Waffen eine erstaunliche Bedrohung für die Rächer dar- 
stellen, vor allem aber wird er angetrieben von dem unbedingten Willen Rache an den Rächern zu nehmen - Rache für den Tod seines Bruders Wonder Man.

Einen weiteren Auftritt hatte der Grim Reaper bei Williams noch, in Rächer #77/78, dann als
Anführer der Lethal Legion ("Die Tödliche Legion"). Den darauf folgenden – wirklich gelungenen – Auftritt veröffentlichte Williams leider nicht mehr: in Avengers #102 COMIC spinnt Roy Thomas (eine seiner letzten Avengers-Stories, hervorragend gezeichnet von Rich Buckler) die Geschichte weiter, wenn der Grim Reaper versucht, Vision auf seine Seite zu ziehen und dem Androiden als Gegenleistung den Körper seines (noch toten) Bruders Wonder Man anbietet.

Die Spannung der Story bleibt bis zum Schluß hoch - nach dem gelungenen Kampf des Black Panthers gegen Grim Reaper gelingt es T`Challa im Kugelhagel der Polizei die Rächer mit Hilfe der Sichel des Reapers wiederzubeleben - der Panther wird ein wichtiges Mitglied der Rächer und zunächst bis Rächer #87 (Avengers #88) die Reihen der Helden verstärken. 

Der Black Panther (erdacht von Stan Lee) war Marvels erster schwarzer Super-Held - was nicht nur ein weiterer Meilenstein für Marvel war, sondern damals (im Juli 1966) auch ein absolutes Novum für die amerikanische Comic-Szenze darstellte - "so etwas" hatte es zuvor nicht gegeben. Diese Bereitschaft, sich kritisch mit Gesellschaftsthemen auseinanderzusetzen, findet sich auch in Thomas´ Story wieder: Jasper Sitwells unbedingte Überzeugung, daß T´Challa der Täter sein
muß, spricht Bände. 
 
REDAKTIONELLES:
Dreimal erschienen die Rächer in der 37. Produktion, was auch schon alles an Neuigkeiten auf der Checkliste war.

Die 25. Leserbriefseite ist eine thematische Leserbriefseite - die Fans beschrieben, was ihrer Meinung nach den Marvel-Stil ausmacht(e).

Der Redaktionsbeitrag stellte in dieser Produktion erstmals einige damals aktuelle US-Marvel-Serien vor; was damals vielversprechende neue Serien waren, sind im Nachhinein aber durch die Bank nur Serien der zweiten Garnitur geworden - Invaders (fast alle Ausgaben von Roy Thomas geschrieben) und Howard the Duck (einen Großteil der Stories schufen Steve Gerber/Gene Colan) sollten mit 41 bzw. 33 Ausgaben noch die erfolgreichsten dieser neuen US-Serien werden.
Solche Vorstellungen neuer/aktueller US-Titel sollte es noch zwei weitere Male geben - mit Ausnahme von Star Wars/Krieg der Sterne wurde von Williams davon kein einziger Titel veröffentlich. Leider...
09.07.05

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REZENSION  © 2005 GERNOT ZIPPERLING